Kanu-Flohmarkt 2025

'Verhandeln am Rhein'

Kanu-Flohmarkt beim Salzstadel

300 Franken statt 3000: Mit diesen Schnäppchen lockte der Schaffhauser Kanu-Flohmarkt

Bericht: SN / Lynn Reichel |  Montag, 14. April, 2025

Beim Kanu-Flohmarkt in Schaffhausen wurden diesen Samstag gebrauchte Kanus und Zubehör verkauft – samt Testfahrt direkt auf dem Rhein.

Am Samstag veranstaltete der Kanu-Club Schaffhausen einen kleinen Flohmarkt beim Bootshaus Salzstadel. Die Sonne scheint an diesem schönen Wochenendmorgen auf den glitzernden Rhein. Um 10 Uhr geht es vor dem Bootshaus am Rhein los. Ein Dutzend Boote, darunter sowohl Kajaks als auch Kanadier, sind vor dem Klubhaus aufgereiht.

Im Lager sieht es voll aus. «An die 400 Stellplätze und auch fast 400 Mitglieder haben wir hier», sagt Urs Waldispühl, Leiter der Tourengruppe des Kanu-Clubs. Vor sechs Jahren fand zum letzten Mal ein Kanuflohmarkt statt. «Nach einigen Jahren haben sich dann wieder viele Sachen angesammelt, die niemand mehr braucht oder die einfach nicht mehr auf dem neusten Stand sind», so Waldisbühl. Diese Sachen werden an diesem Samstag also verkauft.

3000-Franken-Kajak für 300 Franken

Unter den Kanus, die verkauft werden, gibt es sehr alte, aber auch sehr neue Exemplare, die für einen fairen Preis verkauft werden. Ein Seekajak, welches neu 3000 Franken kosten würde, wird beim Kanu-Flohmarkt für 300 Franken verkauft. Die Preise wurden von den Besitzerinnen und Besitzern der Kanus gemacht. «Manche in unserem Klub wollen sich neues Zubehör kaufen oder gehen einfach nicht mehr so oft auf den Rhein», sagt Waldispühl. Neben den Booten wird auch Zubehör wie Bootswagen und Schwimmwesten verkauft.

Zum Flohmarkt kommen verstreut Menschen. Sie schauen sich die Boote an und es wird schnell entschieden. «Ich bin Wiederholungstäter. Hier habe ich schon mal ein Kanu gekauft», so Martin der auch im Kanu-Club Schaffhausen ist. Er hat sich für ein dunkelgrünes Kajak entschieden. «Ich brauchte ein neues Kajak, da meines zu schwer ist, um es alleine auf das Auto zu laden», so Martin. Die Entscheidung fiel ihm nicht schwer, er musste nur schauen, ob er das Kajak ohne Probleme anheben kann. Er ist schon einige Jahre im Kanu-Club dabei und ist mit seiner Familie oft Kanadier gefahren. Andere Kundinnen und Kunden müssen erst noch eine Proberunde auf dem Rhein drehen, bevor sie sich entscheiden. Das ist kein Problem. Die Kanu-Club-Mitglieder helfen den Interessentinnen und Interessenten, das Kanu in den Rhein zu legen, und schon darf eine Runde gedreht werden.

Kanu verkauft – und direkt zurück ins Lager

In nur einer Stunde wurden drei Kanus verkauft. Die meisten Kundinnen und Kunden kennt Urs Waldispühl schon gut, denn die meisten sind ebenfalls im Kanu-Club. «Bei uns hat man einen Bootslagerplatz und kann direkt in den Rhein einwassern.» Die Liegeplatzgebühren wurden von letztem auf dieses Jahr von 70 auf 100 Franken erhöht. Waldispühl spekuliert, dass deswegen manche Leute, an diesem Tag ihr Kanu verkaufen wollten, weil sie bemerkt haben, dass sie doch nicht mehr so oft auf den Rhein gehen. «Die Kanus, die verkauft werden, kommen wahrscheinlich wieder in das Lager, ausser man möchte sein Kanu zu Hause lagern, das machen aber die wenigsten», so Waldispühl.

Einige Mitglieder des Kanu-Clubs sind begeistert beim Flohmarkt dabei und beraten die Leute, welches der Kanus am besten zu ihnen passen würde. Darunter Claudia und Roger. Die beiden sind erst seit fünf Jahren bei den Kanuten dabei, sind aber hin und weg. «Ich wünschte, ich hätte viel früher angefangen», sagt Claudia. Roger stimmt ihr lächelnd zu. Die beiden gehen jedoch nicht nur auf den Rhein, um eine Runde mit ihrem Kajak zu drehen. Sie waren letztes Jahr mit dem Klub im Mittelmeer unterwegs. Genauer gesagt sind sie um die Insel Elba gefahren.