Fribourg - Biel
'vom Schiffenensee zum Bielersee'
Kajaktour Schiffenensee - Saane – Aare – Bielersee
Fünf Tage, vier PaddlerInnen, vier Zelte, zwei Autos und unzählige Paddelschläge. Unsere Reise führte uns von Fribourg über die Saane, weiter auf die Aare und schliesslich bis nach Biel. Eine abwechslungsreiche Tour voller spannender Entdeckungen, idyllischer Campingplätze und auch der einen oder anderen Überraschung.
Tag 1: Fribourg – Schiffenen (13 km)
Früh am Morgen ging es los: Vier PaddlerInnen, zwei Autos und reichlich Material. Noch vor dem Start in Fribourg musste ein Auto bereits zum Zielort nach Camping Schiffenen verschoben werden, unsere logistische Routine, die uns die nächsten Tage begleiten sollte.
Am Sandstrand in Fribourg stachen wir kurz vor Mittag in die Saane. Gleich zu Beginn passierten wir die beeindruckende Autobahnbrücke, die uns klein und unscheinbar erscheinen liess. Ein Abstecher führte uns zur mystischen Magdalena-Einsiedelei. Später mussten wir noch einen kurzen Regenschauer aussitzen, aber wir konnten im grossen ganzen von Wetterglück sprechen.
Später gönnten sich ein Teilnehmer erfrischendes Bad im Schiffenensee, nur um danach zu erfahren, dass dieser von Blaualgen befallen war. Zum Glück ohne Folgen! Unser Campingplatz oberhalb der Staumauer erinnerte mit all seinen Dauercampern an eine kleine Stadt. Für uns gab es aber eine gemütliche Wiese, perfekt für unsere vier Zelte.
Tag 2: Schiffenen – Niederried (20 km)
Der zweite Tag begann mit einer kleinen Herausforderung: Wo findet man unterhalb einer Staumauer den passenden Einstieg? Nach längerer Suche fanden wir schliesslich einen Platz, auch wenn der Weg steil und mühsam war.
Die Mühen lohnten sich: Die Saane führte uns durch eine enge, beeindruckende Schlucht, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, wie viel Wasser die Staumauer hinter uns wohl zurückhielt. Hier draussen war die Natur noch spürbar wilder als auf unserem Heimatrevier, dem Rhein. Ein Highlight war eine Entenmutter, die sich „verletzt“ stellte, um ihre Küken von uns abzulenken.
Kurz darauf vermischte sich das braune Wasser der Saane langsam mit dem türkisfarbenen Wasser der Aare, ein faszinierendes Schauspiel. Doch die Idylle währte nicht lange: Das erste von mehreren Stauwehren zwang uns zum Umtragen. Bootswagen, Treppe, Wiedereinstieg. Geschafft!
Pünktlich mit unserer Ankunft am Naturcamping in Niederried begann der grosse Regen. Gut, dass wir noch trocken im Restaurant des nächsten Dorfs essen konnten. Der Camping selbst war sehr einfach, dafür weitläufig und fast menschenleer.
Tag 3: Niederried – Unia-Camping Bielersee (15 km)
Die Tagesroutine sass mittlerweile: Ein Auto vorfahren, Boote einwassern, los geht es. Nur die Navigation beim Umsetzen klappte nicht immer reibungslos, offenbar hatten gewisse Karten ihre eigenen Interpretationen.
Schon bald erreichten wir das Kraftwerk Aarberg. Der Einstieg danach war alles andere als einfach: steile Treppe, starke Strömung. Nachher verliessen wir die ursprüngliche Aare und paddelten den schnurgeraden Aare-Hagneck-Kanal hinunter. Zwar nicht der spannendste Abschnitt, aber dank Strömung ging es flott vorwärts.
Das Tageshighlight folgte am neuen Hagneck-Kraftwerk: Eine automatische Bootstransportanlage! Wie Kinder verfolgten wir gebannt, wie unsere Kajaks auf Schienen talwärts rollten, ganz ohne Muskelkraft unsererseits.
Am Bielersee angekommen, paddelten wir zum Unia-Camping, wo wieder vor allem Dauercamper das Bild bestimmten. Für uns gab es eine kleine Wiese, aber die Ankündigung einer eintreffenden Schulklasse liess uns Böses ahnen. Nach einem feinen Abendessen im Restaurant kehrten wir mit gemischten Gefühlen zurück. Doch der Camping war ruhig, keine Kinder in Sicht. Glück gehabt!
Tag 4: Rund um die St. Petersinsel (21 km)
Diesmal blieben Autos und Zelte stehen: Unser Ziel war die Umrundung der St. Petersinsel. Bei strahlendem Sonnenschein überquerten wir den See, stets mit Blick auf die Weinberge.
Die Suche nach einer Durchfahrt bei Erlach gestaltete sich etwas schwierig, doch bald umrundeten wir die idyllische Insel vollständig. In Vinelz gönnten wir uns ein kühles wohlverdientes Bier in der Sonne.
Zurück am Camping blickten wir gespannt auf „unser“ Stück Wiese. Würde diesmal die Schulklasse da sein? Doch erneut Entwarnung: eine ruhige Nacht wartete auf uns.
Tag 5: Bielersee – Biel (11 km)
Die letzte Etappe führte uns entlang des Nordufers des Bielersees. Wir staunten über prächtige Villen und liessen unserer Fantasie freien Lauf, wie es wäre, hier selbst zu wohnen.
Im Nidau-Büren-Kanal erwarteten uns unzählige Segelboote, bevor wir kurz vor dem Wasserkraftwerk Brügg in die Zihl abbogen. Fast schon mitten durch die Altstadt führte uns der Weg zurück in den Bielersee.
Nach 79 Kilometern, fünf Tagen und unzähligen gemeinsamen Erlebnissen erreichten wir Biel, zufrieden, ein bisschen müde und dankbar.
Ein grosses Dankeschön geht an Urs für die perfekte Organisation dieser wunderschönen Tour.
Bericht: Matthias Wegmann