Rheinfall bis Basel
'über viele Kraftwerke soll es gehen'
Schon oft bin ich die Autostrecke von Neuhausen nach Basel dem Rhein entlang gefahren. Daher interessierte mich die ausgeschriebene Kajaktour auf dem Rhein ganz besonders.
Am Freitag, 7. August 2026, ging es dann los. Wir trafen uns früh morgens beim Salzstadel und luden die 7 Seekajaks auf 3 PWs, die uns verdankenswerter Weise an den Rheinfall fuhren. Kurz nach 8 Uhr hatten wir alles Gepäck in den Kajaks verstaut, und wir paddelten rheinabwärts los. Bei der Tour waren Urs, Petra, Dominik, Matthias, Roland, Turgay und Camille dabei. Vor Rheinau gab es eine kurze Trinkpause und dann wurde das erste Hindernis, ein Stauwehr, überwunden. Das Stauwehr hatte ein tolles Bähnchen auf einer Seite, das uns einige Meter tiefer nach unten brachte. Es war richtig locker und angenehm, denn wir durften im Kajak sitzen bleiben. Nachdem wir wieder auf dem Wasser waren, konnten wir das ehemalige Kloster Rheinau und die Bergkirche von Rheinau aus einem anderen Blickwinkel als sonst beobachten. Es folgten zwei weitere Hilfswehre im Bogen um Rheinau. Wieder konnten wir die Bähnchen via Telefon bestellen, und der Wärter startete mit der Fahrt, kaum als wir auf der Rampe platziert waren. Es folgten schöne Naturlandschaften, die Thur-Mündung, an Buchberg vorbei, die Töss-Mündung. Nach dem Passieren unter der Strassen- und Eisenbahnbrücke von Eglisau folgte dann mit dem Eglisau-Kraftwerk das 1. Wehr, das mittels der mitgeführten Bootswägeli zu umfahren war. Danach war es Zeit für eine längere Mittagspause. Das Wetter war warm genug, da konnten wir uns nicht beklagen. Nach dem Kraftwerk Reckingen und 48 km Paddeln nahmen wir den letzten Bogen und zogen die Kajaks hoch zum Campingplatz Hochrhein in Kadelburg (DE). Eine Erholung bei einem Bierchen hatten wir uns verdient. Nachdem wir die Zelte aufgestellt hatten, liessen wir unseren ersten Abend bei einem feinen Nachtessen im Camping-Restaurant ausklingen.
Nach der ersten Zeltnacht durften wir am Morgen einen feinen Kaffee mit Zubehör vom
Dorfbäcker im Gartenpark einnehmen. Um 10 Uhr gings dann mit Kajaken weiter. Bald kam die Schlüsselstelle der Tour beim «Koblenzer-Laufen». Wir gingen zu Fuss im Wald, um die Situation vor Ort genauer zu beobachten und die Paddel-Möglichkeiten zu diskutieren. Es hatte nur sehr wenig Wasser, Steine und kleine Felsen waren überall. Daher entschied sich Urs für die linke sanfte Rheinseite, damit wir die Kajaks nicht beschädigten. Wegen dem tiefen Wasserstand durften wir «treideln», wie man bei Weidlingen sagen würde. Es war für die meisten von uns ein neues lustiges Erlebnis. Danach konnten wir auf der ganzen Tour wieder ruhig und locker paddeln. Nach der Wutach-Mündung folgte die Aare-Mündung mit einigen tollen Inseln. Der Rhein wurde nun breiter und es fühlte sich wie Seekajaken an. Danach sahen wir links aus nächster Nähe das Kernkraftwerk Leibstadt mit dem imposanten Wasserkühlturm. Bald danach folgte das Stauwehr Dogern, das mit den Bootswägeli umfahren werden musste. Es war auch Zeit für einen Mittagshalt und zum Ausruhen im Schatten. Nach einer landschaftlich sehr schönen Gegend kam das Städtchen Laufenburg (DE und CH), vom Kajak aus sehr toll zu sehen. Und wir paddelten unter der schmalen Brücke durch ohne kippen und ohne «rollen». Danach folgte das grosse Stauwehr des Kraftwerks Laufenburg, das nach einer längeren Bootswägeli-Strecke mit einem Schräglift (nur für die Kajaks allein) wieder zum Rhein führte. Nach 31 km erreichten wir dann den Naturcamping-Platz in Murg (DE). Nach dem Ankunfts-Aperitiv stellten wir wieder die Zelte auf und genossen ein feines Nachtessen im Camping-Restaurant.
Am nächsten Morgen durften wir das Frühstück selbst zubereiten. Urs hatte ein Porridge und auch einen Gaskocher für den Kaffee dabei. Bald gings wieder ans Abräumen und Verpacken. Auch am 3. Tag der Tour war das Wetter nicht zu kühl (…). So gegen 10 Uhr gings dann wieder los mit Kajaken. Nach dem Ausbooten beim Kraftwerk Säckingen folgte eine wunderschöne Naturstrecke. Danach ging es nochmals über 2 Kraftwerk-Wehre runter (Spass beiseite…), natürlich auf der linken Seite der Staumauern aussen mit dem Bootswägeli vorbei beim Kraftwerk Ryburg/Schwörstadt und beim Kraftwerk Rheinfelden. Die Umgebung wurde immer städtischer. Um ca. 16:30 Uhr erreichten wir nach nochmals 31 km Kaiseraugst. Wir konnten gerade vor dem Kraftwerk Augst auswassern und mit den Bootswägeli zum Campingplatz Kaiseraugst fahren. Dort befand sich der Kajakanhänger, auf den wir die Kajaks zum Heimtransport aufluden. Verdankenswerter Weise holte uns Sämi in Kaiseraugst mit seinem Auto und dem Bootsanhänger ab. Nach einem Abschlusstrunk beim Camping- und Schwimmbad-Restaurant beendeten wir unser Abenteuer,
Die Tour war sehr abwechslungsreich. Von der Rheinströmung mit der sehr kleinen Wassermenge von 150 m3/sec bei Neuhausen am Rheinfall haben wir meist nicht viel gemerkt. Es fühlte sich eher wie eine Seefahrt an. Dank der guten Vorbereitung des Tourenleiters klappte es bei den beiden Zeltplätzen und auch bei den 10 Kraftwerk-Stauwehren wie geplant. Ein bisschen anstrengend waren die 3 Tage bei dem heissen Sommerwetter schon. Aber es war für alle Teilnehmer ein eindrückliches Erlebnis. An dieser Stelle herzlichen Dank an den Tourenleiter Urs.
Bericht: Camille Borer