Doubs 2026
'Goumois - St. Ursanne'
Die letzte Tour vom Kanu-Club Schaffhausen auf dem Doubs liegt bereits ca. 10 Jahre zurück - somit war es dringend an der Zeit, diese schöne Tour wieder mal im Programm aufzunehmen. Der Doubs ist ein rund 450 km langer Fluss im Juragebiet, der teilweise die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich bildet und sich durch seine kurvenreiche, teils wilde und landschaftlich äusserst reizvolle Strecke auszeichnet. Besonders der Abschnitt zwischen Goumois und St. Ursanne gilt als abwechslungsreicher Wanderfluss mit einzelnen technischen Passagen.
Die Planung unserer Doubs-Tour begann bereits einige Wochen im Voraus und war vergleichsweise aufwändig. Eine Flusstour – selbst bei leichtem bis mässigem Wildwasser (WW I–II) – erfordert deutlich mehr Vorbereitung als eine Seetour: Schlüsselstellen müssen bekannt und eingeschätzt werden, ebenso sämtliche Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten definiert werden. Hinzu kommt der logistische Aufwand, da Start- und Zielort auseinanderliegen und entsprechend Fahrzeuge versetzt werden müssen, sowie die Organisation von Unterkunft und Verpflegung.
Eine zusätzliche Herausforderung stellten die gesetzlichen Vorgaben und die damit verbundenen organisatorischen Unsicherheiten dar. Die Befahrung vom Doubs ist in diesem Abschnitt klar geregelt: Er darf nur zwischen 10 und 18 Uhr befahren werden und zudem auch nur dann, wenn der Abfluss am Pegel Ocourt über 6 m³/s liegt. Ob die Fahrt erlaubt ist, wird jeweils am Vortag um 16 Uhr festgelegt. Kurz vor unserer Tour bewegte sich der Pegel mit rund 6.2 bis 6.8 m³/s bereits im unteren Bereich, weshalb wir vorsorglich auch bereits eine Alternativtour planten.
Bereits am Donnerstagabend besammelten sich die Teilnehmenden beim Bootshaus, um den Anhänger mit Booten und Material zu beladen. Am frühen Samstagmorgen ging es dann bei strahlendem Sonnenschein los in Richtung Jura, genauer nach Goumois. Die 12 Teilnehmenden verteilten sich auf drei Fahrzeuge. Vor Ort wurden die Boote abgeladen, danach machten sich die Fahrer auf, um die Fahrzeuge zu verschieben: eines nach Soubey (Übernachtung), eines nach St. Ursanne (Ziel) und mit dem dritten ging es zurück zum Einstieg. Der Aufwand war beträchtlich, wurde jedoch durch die eindrückliche Juralandschaft etwas entschädigt.
Unsere Gruppe war bunt gemischt – sowohl hinsichtlich der Persönlichkeiten als auch der Bootstypen: drei Teilnehmende waren im PE-Seekajak unterwegs, zwei im Wildwasserkajak, die übrigen in Kanadiern. Gerade der Doubs eignet sich hervorragend, um auch weniger erfahrene Paddlerinnen und Paddler mitzunehmen. Insbesondere bei einer Mitfahrt im Kanadier lassen sich Grundlagen des Wildwasserfahrens gut erlernen.
Gegen Mittag konnten wir endlich starten. Es war herrliches Paddelwetter und die Gegend um den Doubs einfach traumhaft schön. Der Pegel lag bei lediglich 6.29 m³/s – ein tiefer Wasserstand für eine Befahrung. Entsprechend gestalteten sich einige Passagen etwas ruppig und steinig, waren dafür aber technisch interessante Herausforderungen. Wilhelm übernahm die Vorfahrt, während Fred und Roger als Schlussfahrer den Überblick behielten.
Die Stimmung war ausgezeichnet – es wurde viel gelacht und erzählt während dem Paddeln. Die insgesamt 14 Kilometer bis nach Soubey gingen so zügig voran und wir konnten auch die beiden Schlüsselstellen (einmal Wehr umtragen, sowie ein zerfallenes befahrbares Wehr) gut zusammen meistern. Am späten Nachmittag erreichten wir Soubey. Übernachtet wurde beim Hof „Bout du Pont“ entweder im Stroh oder im Zelt auf dem Campingplatz. Die Autofahrer holten das verbleibende Fahrzeug nach und nutzten die Gelegenheit, die Stromschnellen von Soubey im Hinblick auf den nächsten Tag zu besichtigen.
Der Abend klang bei Apéro und gemeinsamem Nachtessen in einem nahegelegenen Restaurant aus. Die vegane Speisekarte sorgte für heitere Diskussionen und einige scherzhafte Kommentare. Auch der etwas langwierige Bezahlvorgang konnte der guten Stimmung nichts anhaben – im Gegenteil, er wurde Teil der Unterhaltung. Claudia gab alles, um den Vorgang zu beschleunigen und das Ganze doch noch zu einem guten Abschluss zu bringen.
Auch der Sonntag zeigte sich von seiner besten Seite. Mit einem Pegel von rund 6.14 m³/s war die Befahrung zum Glück weiterhin möglich. Nach einem guten Bauernhof-Frühstück starteten wir pünktlich um 10 Uhr zur zweiten Etappe. Bereits kurz nach dem Einstieg folgten erste Passagen mit stärkerer Strömung und Verblockung. Bis auf eine Kenterung konnten aber alle Stellen gut bewältigt werden. Eine kurze Strecke musste treidelnd zurückgelegt werden, bevor wir die Stromschnellen von Soubey (WW III) auf einem kurzen Abschnitt umtrugen. Auch das Umtragen sorgte für heitere Stimmung und alle packten helfend mit an.
Der zweite Tag war insgesamt technisch etwas anspruchsvoller, wurde jedoch von allen souverän gemeistert. Landschaftlich zeigte sich der Doubs erneut von seiner schönsten Seite: abwechslungsreiche Ufer, ruhige Abschnitte wechselten sich mit lebendigen Strömungen ab, und immer wieder eröffnete sich der Blick auf die eindrückliche Juraregion, die für ihre unberührten Täler und naturnahen Flusslandschaften bekannt ist.
Am späteren Nachmittag erreichten wir St. Ursanne. Nachdem die Autos nachgeführt und alle Boote wieder verladen waren, liessen wir die Tour bei einem Getränk oder einem Glacé gemütlich ausklingen.
Mit vielen schönen Eindrücken und guter Stimmung traten wir schliesslich die Rückreise nach Schaffhausen an.
Bericht: Gabi Schütz