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Grundkurs Seekajak 2012





Am 2. Mai ist es soweit: Beginn des Kajakkurses für Anfänger.

Wir, das ist ein stattliches Dutzend im mittleren Alter, haben uns bereits im Winter angemeldet, in der Hoffnung, dass der nächste Sommer vor der Tür stehen wird und wir dann eine neue Fortbewegungsart lernen (oder diese weiterzuentwickeln).

Andi Richter, unser Leiter, liess uns damals das Programm per email zukommen und schickte uns auch ein paar Links, die den Appetit aufs Kajakfahren verstärkten. Eine Doodle-Umfrage über den gemeinschaftlichen Menüplan für unser gemeinsames Paddelwochenende in der Seehütte Eschenz lässt keine Zweifel aufkommen: auch kulinarisch würden wir wohl nicht zu kurz kommen.

Am Mittwoch also gibt es eine kleine Begrüssung und ein Kennenlernen am Salzstadel. Die anschliessende Führung offenbart uns das Innere des historischen Gebäudes und die dort gelagerte Vielfalt an Booten: kleine und grosse, schwere und leichte, schnittige und gutmütige, bunte, schlichte, solche aus Kunststoff, aus Carbon, aus Holz.

Andi nimmt uns Neulingen gemeinsam mit seiner Partnerin Dora Egloff sofort die Angst und wir fühlen uns schon bald in der Atmosphäre des Kanuclubs wohl. Ab und zu huschen die Fortgeschrittenen an uns vorbei, die wir unsererseits erfürchtig ob ihrer Routine betrachten, und die uns ihrerseits freundlich begrüssen. Das Organisatorische ist rasch besprochen, eine Checkliste haben wir vorab schon erhalten und wir erfahren genau das, was wir brauchen würden, nicht mehr und nicht weniger.


Lektion 1: Um die Angst vor dem Kentern zu überwinden, unternehmen wir das, was sich bei vielen Gefahren empfiehlt: es im Sicheren ausprobieren. Die 10 Grad des Rheins helfen tatsächlich wie von Andi versprochen zu einem raschen Ausstieg aus den Booten und die anschliessende heisse Dusche entschädigt für den vorangegangen Bibber (Die reine Vorstellung an selbige würde mir übrigens später noch gute motivatorische Dienste leisten).

Am Samstag darauf trudeln wir wie verabredet um 8.00 ein, holen die Ausrüstung und die Boote, schliessen die Luken und laden unser Gepäck in die Fahrzeuge. Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Seehütte Eschenz: Männer an die Boote, Frauen ans Gepäck (wir müssen rasch machen, der Anhänger wird andernorts noch gebraucht). Die Regeln für die Seehütte – einer kleinen, lieblichen Hexenhütte mit allem nötigen Komfort – haben wir rasch intus: „hinterlasse und benutze den Ort so, wie du ihn gerne vorfinden möchtest“. Bald schon bewegen wir uns Richtung Boote, ein kurzes Aufwärmen und Dehnen hilft uns, locker zu werden. Andi erklärt bereitwillig, was man wissen muss (und auch im Kopf behalten kann, ohne nur mehr zu denken). Als Gentleman hilft er allen stets auf Wunsch ins/aus dem Boot, sodass man die Füsse trocken halten kann.


Lektion 2 (der Bogenschlag): "Ich weiss zwar nicht, wohin, aber ich bin schneller dort" (Helmut Qualtinger) nützt auf dem Wasser wenig, daher werden wir gleich in die Lenktechnik eingeführt. Das "Kanten" ist für die Neulinge unter uns schon eine Mutprobe, die aber bald zur Routine (naja...) werden soll. Nachdem wir diese Stufe genommen haben, geht es zurück ins Warme und an den Grill.

Dora bemüht sich weiterhin redlich um gutes Wetter, kann aber trotz ihres Wunder-Nelos (Doras Kajak) natürlich nicht zaubern, sodass wir drinnen während des Mittagsessens Nässe und Regen in der Natur betrachten. Nach der wohlverdienten Mittagsruhe geht es wieder an die Paddel. Diesmal mit einem besonderen Ziel: die andere Seeseite (Deutschland), genauer das Restaurant „Seestube“. Am herrlichen Obst- und Schmandkuchenbüffet stärken wir uns und tanken Kräfte für den Rückweg.

In der Hütte angekommen, laufen die Vorbereitungen für das Abendessen; die ungewohnte Bewegung hat den Appetit geweckt. Am Salatbuffet und bei einem Gläschen Wein oder Bier lernen wir einander näher kennen und geniessen die Abendluft. Ab zehn fallen wir nach und nach in die Betten und träumen noch von der Bewegung auf dem Wasser.

Sonntag: das Wetter macht leider zu, wir stehen aber trotzdem auf und machen uns bereit. Nach dem z'Morgen muss die Hütte wieder geräumt werden und nachdem das vollbracht ist, wenden wir uns wieder den Booten zu. Auch diesmal gibt es ein warm-up, und hier zeigt sich ein unverzeihlicher Planungsfehler meinerseits:


Lektion 3: Hätte ich gewusst, dass Andi uns mit dem „Specht und Gorilla“ Spiel wach und fit machen würde, hätte ich eine Video-Kamera bereit gehalten – dieses Video wäre sicher DER Youtube-Renner geworden: Andi im gelben Ausserirdischen-Tenut abwechselnd den flüchtenden Specht gebend (mit gestrecken Armen die Arme an den Handflächen zusammen- und auseinanderklappend) oder den verfolgenden, grimmigen Gorilla mimend. Möge ein künftiger Teilnehmer diese Zeilen lesen und damit besser gerüstet sein als ich...

Heute sitzen wir schon viel „besser“ in den Booten, lernen noch mehr richtiges Benehmen auf dem Wasser (z.B. dass, mit weissen Kugeln gekennzeichnete Boote vorrangsmässig einen Vorteil haben. Leider sagt uns Andi nicht, wo man diese Kugeln kaufen kann). Nach einiger Fahrt und neuen Vokabeln und Andekdoten macht sich Hunger breit und wir treffen endlich im „Dschungel“ beim Schupfen ein. Aufgrund eines Unwetters machen wir dort länger Rast (aufgrund einer vorangegegangenen Erzählung Andis hat jeder Respekt vor Blitz und Donner auf See) und besteigen am mittleren nachmittag wieder die Kajaks. Wie auch am Vortag gibt es immer wieder Gelegenheit, von der Erfahrung unserer Kursleitung zu profitieren und sie um unterstützendes Feedback zu bitten.

Stets herrscht eine kollegiale Atmosphäre untereinander, bei der man sich sicher und geborgen fühlen kann. Nebenbei demonstrieren Andi und Dora selbstlos, dass man auch als vergnügtverliebtes Paar Kajakfahrten unternehmen und geniessen kann – auch das ist eine schöne Erfahrung (Notiz an mich: meine Frau fragen, ob sie paddeln will...)


Am frühen Abend treffen wir am Salzstadel ein – etwas kalt, klamm und müde. Mich selbst hat die letzten Meter über nur die Vorstellung der anschliessenden warmen Dusche am Paddeln gehalten, diese wirkt wie ein kleiner Turbo.

Am Ziel angekommen, versorgen wir die Boote, besprechen kurz das Erlebte und nehmen dankbar auf, dass wir uns diese Saison 1x die Woche treffen können und die Boote testen können (was die meisten von uns auch Mittwoch darauf machen) – und danken unseren lehrenden Begleitern.

Abends falle ich wohlig ins Bett und werde am nächsten Tag freundlich von Knochen und Muskeln meines Körpers, die ich noch nie zuvor gespürt habe, an das am Wochenende Geleistete erinnert. Ich antworte ihnen: „Ja, klar, danke, mache ich gerne und bald wieder“.


Wolfgang Freitag





und hier die Bilder...

       
       
       
   



Letzte Aktualisierung:
6.Jan.2018, 10:00 Uhr


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